Rund um die Zucht

  

Physiologische Angaben  zum Meerschweinchen (Cavia porcellus)

 
  Das Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus)
Ist eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen (Caviidae). Es ist die Haustierform des Tschudi-Meerschweinchen (Cavia tschudii).
In Europa und Amerika werden Hausmeerschweinchen oft als Haustiere gehalten, da sie einfach in der Haltung sind.
Behaarung Im Laufe der Domestikation haben sich bei den Meerschweinchen eine Vielzahl von Farben und Fellvarietäten gebildet. In Südamerika werden helle Fellfarben mit weißer Haut bevorzugt, damit der Schlachtkörper appetitlicher aussieht. Dunkle, insbesondere schwarze Tiere werden zu vielen rituellen Zwecken gebraucht.
In Europa und Nordamerika wird versucht, unterschiedliche Farben rein zu ziehen und möglichst intensiv zu züchten. Bedingung zur Aufnahme einer Farbe in die unterschiedlichen Rassebeschreibungen ist die gute Unterscheidbarkeit zu anderen, schon anerkannten Farben.
An Fellvarietäten sind bisher kurzhaarige (Glatthaarmeerschweinchen), langhaarige (Langhaarmeerschweinchen) und Tiere mit gekräuseltem Haar (US-Teddy, CH-Teddy, Rex, Lunkarya) aufgetreten. Zusätzlich existieren noch Tiere mit Wirbeln am Körper (Rosettenmeerschweinchen) oder einem speziellen Kopfwirbel (Crested). Auch diese Fellvarietäten werden gezielt gezüchtet und im Rassestandard beschrieben.
Das harsche und halblange Haar der Tschudi-Meerschweinchen ist nur noch bei wenigen Hausmeerschweinchen zu finden, hauptsächlich in alten südamerikanischen Linien.
Das Tschudi-Meerschweinchen kann bei Gefahr ein Teil seiner Rückenhaare abwerfen, diese Fähigkeit ist im Laufe der Domestikation fast vollständig verloren gegangen.

Organe
Aufgrund der energiereicheren und saftigeren Ernährung der Hausmeerschweinchen hat sich auch der Verdauungstrakt mit der Zeit angepasst. Der Magen ist größer, so dass Hausmeerschweinchen auch mit größeren Mahlzeiten auf einmal klar kommen. Der Dünndarm ist länger, um eine längere Strecke zum Entwässern des Nahrungsbreies zu haben. Auch Blind- und Dickdarm sind größer, wahrscheinlich eine Folge der zum Teil erheblich von der Grasnahrung des Tschudi abweichenden Futters, mit welchem die Tiere seit Jahrtausenden klarkommen müssen.
Trotz der starken Veränderungen im Verdauungstrakt kommen Hausmeerschweinchen auch heute noch mit der ursprünglichen Grasnahrung der Tschudi-Meerschweinchen zurecht.

Größe
Viele alte südamerikanische Linien, die dort seit Generationen innerhalb der Familien zur Eigenversorgung gezüchtet werden, haben noch die ursprüngliche Größe von 500 bis 600 g und etwa gleiche Geburtsgewichte des Tschudi-Meerschweinchens. Die europäischen und nordamerikanischen Linien dagegen sind mit 700 bis 1.500 g deutlich größer, da sie von größeren Mastmeerschweinchen abstammen. Die größten Tiere sind die zu Intensivmast gezüchteten Tiere, von denen die nordamerikanischen und europäischen Cuys abstammen. Sie können im Extremfall ein Gewicht bis 4 kg erreichen.

Verhalten Aktivität
Hausmeerschweinchen haben einen polyphasischen Aktivitätsrhythmus, d.h. Aktivitäts- und Ruhephasen wechseln sich mehrfach ab. Das gilt nicht nur für den Tag, sondern auch für die Nacht. Rund um die Uhr nehmen Hausmeerschweinchen 60 bis 80 kleine Mahlzeiten zu sich. Ihre Hauptaktivitätszeiten können die Tiere an Umweltbedingungen oder Gewohnheiten ihrer Besitzer (Fütterungszeiten, Beschäftigung) anpassen.

Fluchtverhalten
Das Fluchtverhalten hat sich trotz der langen Domestikationszeit voll erhalten, jedoch flüchten Hausmeerschweinchen unkoordinierter als die Wildform. Während Tschudi-Meerschweinchen auf der Flucht über Hindernisse bis 60cm Höhe springen, nutzen Hausmeerschweinchen bevorzugt Versteckmöglichkeiten. Sind keine Versteckmöglichkeiten vorhanden, bildet eine in Panik geratene Meerschweinchengruppe ein Knäuel, wobei jedes Tier bestrebt ist, einen Platz unter seinen Gruppengenossen zu ergattern.
Normalerweise wäre zu erwarten, dass im Laufe der Domestikation auch das Fluchtverhalten abnimmt, was aber nicht der Fall ist. Die mangelnde Bereitschaft zu Springen ist dagegen ein Domestikationsmerkmal, welches bei vielen Haustierarten, wie z. B. der Farbmaus, zu beobachten ist. Tiere, die gut springen und flüchten können, entweichen schneller schon als junge Tiere und stehen deshalb der Zucht nicht mehr zur Verfügung. Dies gilt umso mehr, da Hausmeerschweinchen traditionell nur durch ein niedriges Brett oder ein niedriges Mäuerchen am Ausbrechen gehindert werden.
Tschudi-Meerschweinchen-Böcke verteidigen manchmal ihre Gruppe gegen Raubfeinde, um den Weibchen und Jungen die Flucht zu ermöglichen. Ist die Gruppe weit genug geflohen, drehen die Böcke um und fliehen ihrerseits. Dieses Verhalten hat sich bis heute bei den Hausmeerschweinchen erhalten. Es kann jedoch nur unter naturnaher draußen Haltung beobachtet werden.

Nahrungssuche und Aufnahme
Normalerweise haben Meerschweinchen ihre festen Futterstellen im Stall und Käfig, zu denen sie nicht weit zu laufen brauchen. Sie laufen also nur aus ihren Hütten, fressen und ziehen sich wieder zurück. Liegt das bevorzugte Futter auf einem zu kleinen Platz, fangen die Meerschweinchen innerhalb der Gruppe an zu streiten, sie versuchen durch Tritte nach hinten und zur Seite sich Platz zu verschaffen und sie schnappen nach ihren Fressnachbarn. Die ranghohen Tiere setzen sich hierbei meist durch und kommen so an das meiste Futter. Rangniedere Tiere trauen sich meist nicht ans Futter, solange die ranghohen Tiere fressen und warten, bis diese fertig sind.
Wird das Futter weiträumig verteilt, verteilen sich die Meerschweinchen, so dass Streitereien weit weniger häufig vorkommen.
Nur in sehr großen, naturnah gestalteten Außengehegen können alle Verhaltensweisen zur Futtersuche beobachtet werden, die noch von der Wildform erhalten geblieben sind. So legen auch Hausmeerschweinchen regelrechte Trampelpfade zu ihren bevorzugten Futterplätzen an. Steht ihnen eine größere Wildwiese zur Verfügung, ist diese schon nach einigen Tagen durchzogen von solchen Trampelpfaden, die meist in buschige Zonen führen.
Innerhalb von Dickichten werden regelrecht Gänge gefressen und getrampelt, die genau dem Körperumfang der Meerschweinchen entsprechen. Die Futterstellen werden bevorzugt über solche nach oben hin geschlossene Gänge aufgesucht, auch, wenn das einen großen Umweg bedeutet. Nur selten entfernen sich die Meerschweinchen weit von den Eingängen solcher Dickichtgänge.
Sind schon Weidetiere gleich welcher Art auf einer Wiese, kommen Hausmeerschweinchen schneller aus ihren Deckungen, als wenn keine Weidetiere auf der Wiese sind. Die Weidetierart ist egal, es können Schafe, Rinder, Pferde, Degus, Kaninchen oder andere Arten sein. Meerschweinchen lernen sehr schnell, Nicht-Weidetiere wie Krähen, Katzen und Singvögel von Weidetieren zu unterscheiden. Auch lernen sie sehr schnell, auf Warnsignale anderer Arten zu reagieren - selbst das Warnklopfen von Kaninchen führt innerhalb weniger Tage zur Flucht. Ansonsten richten sie sich nach dem Verhalten der anderen Weidetiere - grasen diese ruhig, grasen auch die Meerschweinchen, sobald auch nur ein Weidetier aufschreckt oder die anderen Weidetiere das Grasen einstellen, flüchten alle in Sichtweite befindlichen Meerschweinchen. Was nur noch rudimentär erhalten geblieben ist, ist der Zusammenhalt der Gruppe während des Weidens. Während Tschudi-Meerschweinchen recht eng beieinanderbleiben und es vermeiden, einzeln zu grasen, verteilen sich Hausmeerschweinchen großräumig. Auch kommt es vor, dass einige Meerschweinchen grasen, andere schlafen und die nächsten Körperpflege betreiben - bei den Tschudi-Meerschweinchen macht die Gruppe alles gemeinsam, also entweder fressen, oder Körperpflege oder Dösen.
Tschudi-Meerschweinchen bilden grundsätzlich auf ihren Wanderungen zu den Weidegründen Karawanen. Hausmeerschweinchen zeigen diese Karawanenbildung nicht mehr so ausgeprägt und hauptsächlich in unbekanntem Terrain.
Hausmeerschweinchen legen nur kurze Strecken bis zu ihren Futterwiesen zurück, auch wenn sie beliebig viel Platz zur Verfügung haben.
Den Kontakt halten Meerschweinchen mit leisen Peillauten, die so ähnlich wie „tuc, tuc, tuc“ klingen. Fast jeder Ortswechsel wird durch solche Laute eingeleitet. Bei Erregung werden diese Kontaktlaute lauter. Dieses führt meist zum Sammeln der Gruppe. Wird ein Meerschweinchen von der Gruppe getrennt oder verläuft sich, ruft es mit lautem Quieken nach der Gruppe, die Gruppe antwortet mit lautem Quieken so lange, bis das verloren gegangene Meerschweinchen wieder zurückgefunden hat oder nicht mehr antwortet. Dieses Quieken wird auch gegenüber dem Halter eingesetzt, um nach Futter zu betteln oder den Halter zu begrüßen. Warnpfiffe klingen sehr ähnlich, bei einigen Hausmeerschweinchengruppen wird zwischen Flugalarm und Bodenalarm unterschieden.

Sozialverhalten
Veränderungen gegenüber der Wildform
Die größten Veränderungen im Verhalten im Laufe der Domestikation kann bei Hausmeerschweinchen im Sozialverhalten der Männchen beobachtet werden. Tschudi-Meerschweinchen leben in Haremsgruppen, bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Die Männchen untereinander sind unter den eingeschränkten Platzverhältnissen in Gefangenschaft absolut unverträglich, es ist nicht möglich, mehrere Männchen zusammenzuhalten, da das stärkere Männchen die schwächeren Männchen töten würde. Nur bei dem entsprechend großen Platzangebot in freier Wildbahn bilden sich großräumige Beziehungsgeflechte auch unter den Männchen aus, ohne dass sie sich gleich umbringen, sobald sie sich sehen.
Hausmeerschweinchen dagegen werden traditionell in gemischten Gruppen mit mehreren Männchen und mehreren Weibchen unter vergleichsweise engen Platzverhältnissen gehalten, die Gruppengröße liegt meist zwischen 20 und 50 Tieren. Aufgrund der gemeinsamen Haltung mehrerer Männchen auf wenig Platz sind diese untereinander verträglicher geworden. Reine Männchengruppen sind bei Hausmeerschweinchen dadurch durchaus möglich. Nach Untersuchungen von N. Sachser (1994) lernen junge Böcke das adäquate Verhalten gegenüber ihren Geschlechtsgenossen von anderen männlichen Gruppenmitgliedern. Das lässt den Schluss zu, dass Böcke, die ausschließlich in Gesellschaft von Weibchen oder isoliert aufwachsen, später Probleme mit der Verträglichkeit untereinander haben.
Damit ein möglichst stressfreies Zusammenleben von Meerschweinchenböcken möglich wird, ist nicht nur die Aggressionsbereitschaft gesunken, sondern das Imponier- und Drohverhalten ist ausdrucksvoller und wird häufiger gezeigt. In gemischtgeschlechtlichen Großgruppen kann sogar ein Zusammenschluss von mehreren Männchen beobachtet werden, die wiederum stärkere Männchen in Schach halten.

Imponiergehabe
Als Imponiergehabe zeigen Männchen oft einen sehr gestelzt wirkenden Gang, bei dem sie mit jedem Auffußen der Hinterläufe das Hinterteil in die Richtung strecken, wo der Hinterfuß aufgesetzt wurde. Wird also der rechte Hinterfuß aufgesetzt, bewegt sich der Hintern extrem weit nach rechts, setzt der linke Hinterfuß auf, wird auch der Hintern extrem weit nach Links gekippt. Die Beine sind bei diesem Wiegeschritt stark durchgedrückt, die Bewegungen langsam und betont. Die Kehle wird soweit wie möglich zum Boden hin herausgedrückt, die Nase möglichst weit und leicht nach oben gestreckt. Zusätzlich wird der Kopf leicht zum Gegner hin gedreht, so dass dieser die volle Größe sieht. Begleitet wird dieser Wiegeschritt durch ein tiefes Knattern. Unter Meerschweinchenhaltern hat sich für dieses Verhalten das Wort brommseln eingebürgert.
Brommseln ist nicht nur bei den Männchen zu beobachten, sondern auch die Weibchen zeigen dieses Verhalten untereinander, allerdings nicht so ausgeprägt und nicht so häufig, wie Männchen untereinander.

Drohen
Mit einem leichten, schnellen Kopfheben in Richtung des Gegners und kaum merklichem Durchdrücken der Kehle Richtung Boden wird dem Gegner gedroht. Wird die Drohung nicht ernst genommen, folgt ein kurzes Zwicken in Richtung des Gegners. Besonders häufig ist dieses Drohverhalten bei Weibchen zu beobachten, die sich zunahe kommen, zum Beispiel beim Fressen.
Gegner, die von hinten kommen, werden mit gezielten Fußtritten der Hinterfüße auf Abstand gehalten. Dieses Drohverhalten kann bei Weibchen und Männchen gleichermaßen beobachtet werden.
Wird Drohen vom Gegner erwidert und kann durch Imponiergehabe keine Einigung erreicht werden, wird stärker gedroht. Aus dem Wiegeschritt heraus fangen die Kontrahenten an, mit den Zähnen zu klappern. Meist bleiben sie stehen und drehen die hoch erhobenen Köpfe zueinander. Dabei wird nach einer günstigen Gelegenheit geschaut, dem Gegner in die Seiten, den Rücken oder den Hintern zu zwicken, auch die Ohren sind willkommene Ziele für Zwickattacken. Meist richten die Kontrahenten sich kurz vor oder während des Zähneklapperns seitlich so zueinander aus, dass der Kopf in Höhe des Hinterns des Kontrahenten und der Hintern in Höhe des Kopfes des Kontrahenten ausgerichtet ist.
Zwick- und Beißattacken versucht der Kontrahent mit Beiseitespringen auszuweichen. Nach einer Zwickattacke klappern die Kontrahenten wieder mit den Zähnen und umkreisen sich langsam, bis die nächste Zwickattacke erfolgt.
Irgendwann dreht sich das unterlegene Tier um und rennt weg. Der Sieger verfolgt den Unterlegenen noch ein gutes Stück.
Drohen durch Zähneklappern kann hauptsächlich bei Männchen beobachtet werden, bei Weibchen ist es sehr selten.

Beschwichtigung
Als Beschwichtigungsgeste wird entweder der Kopf leicht abgesenkt oder aber es ist keine körperliche Bewegung sichtbar. Das beschwichtigende Meerschweinchen gibt hohe, je nach Erregung leisere oder lautere Quietschlaute von sich. Die gleichen Laute geben viele Meerschweinchen von sich, wenn sie am Rücken und Nacken gestreichelt werden. Manchmal zeigen sie dann auch ein Wegtreten der streichelnden Hand oder ein kurzes Hüpfen nur mit den Hinterbeinen. Entgegen der landläufigen Meinung ist das weder ein Zeichen für Wohlbefinden noch ein Zeichen für Kitzlig sein.

Dominanzbekundungen
Anders als beim Wildmeerschweinchen ist es für Hausmeerschweinchenböcke wichtig, eine klare Rangordnung herzustellen. Das ranghöhere Tier macht seinen höheren Rang mit Aufreiten wie beim Sexualakt klar. Das rangniedere Tier zeigt daraufhin Beschwichtigungsgesten oder versucht dem durch Flucht zu entkommen. Diese Art der Dominanzbekundungen kann auch bei den Weibchen beobachtet werden, allerdings nicht so häufig.
Eine weitere Dominanzgeste ist das Beschnüffeln und Belecken der Genitalgegend insbesondere bei den Böcken. Die Kaudaldrüse dagegen wird unabhängig vom Rang beschnüffelt, jedoch sind rangniedere Tiere dabei vorsichtiger und fluchtbereit, ranghöhere Tiere dagegen lassen sich nicht vom Beschnuppern der Kaudaldrüse abhalten.

Beunruhigung
Bei leichter Beunruhigung ist ein kurzes helles Knurren zu hören. Es wird in längeren Abständen wiederholt. Bei starker Beunruhigung wird dieses Knurren zu einem deutlich vernehmbaren Knattern.

Cirpen
Cirpen ist ein hoher Laut, der monoton wiederholt wird. Er wird oft mit Vogelzwitschern verglichen. Bei Tschudi-Meerschweinchen und Wildmeerschweinchen ist Cirpen häufig zu hören. Bei Hausmeerschweinchen nur selten. Einige Hausmeerschweinchen scheinen das Cirpen gar nicht zu können. Die Funktion des Cirpens ist bisher ungeklärt, wird aber oft entweder mit der Brunst oder mit Beunruhigung in Zusammenhang gebracht.

Gruppenliegen
Meerschweinchen liegen normalerweise berührungsfrei in Sichtweite. Ein Kontaktliegen, wie es von anderen Gruppenlebenden Nagern oft beobachtet werden kann, gibt es nur bei den Jungtieren. Anhand der Aufteilung der liegenden Meerschweinchen im Raum kann oft auf Rangordnung und Freundschaft geschlossen werden. Befreundete Tiere liegen dichter zusammen, ranghöhere Tiere ergattern sich die besten Liegeplätze. Männchen, die in Haremsgruppen gehalten werden, liegen meist außerhalb von Häuschen und Deckung so, dass sie alle ihre Weibchen sehen können.
Nur bei sehr kaltem Wetter oder im gemeinsamen Versteck bei Gefahr sieht man Meerschweinchen auch mit Körperberührung liegen.

Gegenseitige Körperpflege
Normalerweise werden nur die Jungen in den ersten zwei Tagen von ihrer Mutter geputzt, andere gegenseitige Körperpflegemaßnahmen finden nicht statt. Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen. So kann bei trockenem Wetter selten beobachtet werden, dass ranghohe Weibchen, wenn sie beim Trinken nass wurden, zu ihrer besten Freundin gehen und diese das Fell trockenlecken lassen. Dazu wird der Kopf hochgestreckt und die nasse Stelle präsentiert. Eine weitere Ausnahme ist das gegenseitige Abschlecken, wenn Futter am Maul und Kopf hängengeblieben ist. Auch das sieht man nur bei sehr eng befreundeten Meerschweinchen und nur äußerst selten.

Markieren
Die Wildform ist revierbildend, das eigene Revier wird mit einem Sekret aus speziellen Drüsen gekennzeichnet. Diese Drüsen sitzen in einer Tasche zwischen After und Scheide, der Perinealtasche. Diese ist gefüllt mit einem öligen Sekret aus zwei Drüsen, den Perinealdrüsen. Dieses Sekret wird im Revier an strategisch wichtigen Punkten verteilt. Die Hauptmarkierungsarbeit leistet das Männchen, deshalb ist bei ihm die Perinealtasche samt Drüsen besonders groß ausgebildet, die Weibchen haben nur eine sehr kleine Perinealtasche. Hausmeerschweinchen bilden keine Reviere mehr, markieren aber immer noch die Aufenthaltsräume und überprüfen auch die Duftnoten anderer Meerschweinchen.

 

   
   
   
   
   

 

 

 

  

 

 

 
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